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Sonnenhaus: Energie zum Nulltarif

30. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für Terrassiertes Wohnhaus Views: 1814 Hausideen

Terrassiertes Wohnhaus

Integration statt Kontrast – diese Strategie verfolgte der Architekt Rocco Borromini beim Entwurf eines privaten Einfamilienhauses auf einem klassischen terrassierten Grundstück in Norditalien. Naturstein und großflächige Panorama-Schiebeglastüren prägen die Ansicht des Erweiterungsbaus, der im Inneren modernsten, lichten Wohnkomfort bietet.

Harmonie trotz unterschiedlicher Baustile: Erweiterungsbau (links) und Bestandsbau finden Korrespondenzen in Volumen und Materialität. Bild: Andrea Puliogotto

Harmonie trotz unterschiedlicher Baustile: Erweiterungsbau (links) und Bestandsbau finden Korrespondenzen in Volumen und Materialität. Bild: Andrea Puliogotto


Inmitten des klassischen terrassierten Landes der hügeligen Regionen von Norditalien, umgeben von Weinbergen, befinden sich nebeneinander zwei Baukörper. Trotz völlig unterschiedlicher Baustile strahlen sie eine besondere Form von Harmonie aus. Diese Wirkung ist auf die Kunstgriffe im Entwurf des Architekten Rocco Borromini zurückzuführen. Er war von den Bauherren beauftragt worden, einen separaten Erweiterungsbau zu entwerfen, der eine harmonische Beziehung zu dem traditionellen Bestandsbau herstellt. Dies gelang ihm, indem er den Erweiterungsbau in Volumen, terrassiertem Arrangement und durch den Einsatz von Naturstein in der Fassade dem Altbau annäherte. Bezüge zu den grundstücksbegrenzenden Mauern aus Steinen der Region rahmen das gar nicht so ungleiche Gebäudepaar ein, so dass sich beide Gebäude als Ensemble sehr gut auch in das erweiterte, historisch gewachsene bauliche und natürliche Umfeld einpassen.

  • Bild: Andrea Puliogotto
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  • Bild: Andrea Puliogotto
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Wohnebenen als Steinterrassen

Der Architekt behandelte die drei Gebäudeebenen wie drei Steinterrassen, die in den Fels eingebettet erscheinen und daher das weitgehend begrünte Hangumfeld optisch wenig beeinträchtigen. Die untere Ebene des Neubaus ist als Garage mit angrenzenden Wirtschaftsräumen ausgebildet. Naturholztore, Steinverkleidung und Dachbegrünung integrieren diesen reinen Funktionsbereich sanft in das Umfeld. Das erste Obergeschoss stellt den hauptsächlichen Aufenthaltsbereich dar – Küche, Esszone und der erweiterte Wohnraum sind nach Süden auf den Garten ausgerichtet. Das nochmals zurückversetzte zweite Obergeschoss beherbergt einen weiteren Wohnbereich mit separatem Eingang, die Ankleide sowie den Schlafbereich und eine Poolzone.

Talblick auf beiden Ebenen

Transparenz, Lichteinfall und Sicht wurden bei beiden Wohnebenen durch den Einbau der Schiebetürsysteme Schüco ASS 77 PD.HI maximiert. Das „PD“ in der Systembezeichnung ist hier wörtlich zu nehmen, denn mit den großzügigen Abmessungen von Standflügel und Schiebelement (8,77 m x 2,68 m im 1. OG, 7,09 m x 2,76 m im 2. OG) entsteht wahrlich ein imposantes „Panorama Design“, das ganzjährig den Naturraum in die Wohnbereiche holt. Die Möglichkeit, das bewegliche Element bei schönem Wetter auf rund 4 m Breite öffnen zu können, löst die Grenzen zwischen Innenraum und Außenzone sogar völlig auf. Im geschlossenen Zustand teilt lediglich ein filigranes, vertikal verlaufendes Profil von 30 mm Breite die panoramatische Glasfläche.

Küche, Ess- und Wohnbereich sind nach dem Wunsch des Bauherrn als eine zusammenhängende Nutzungszone ausgebildet. Bild: Andrea Puliogotto

Küche, Ess- und Wohnbereich sind nach dem Wunsch des Bauherrn als eine zusammenhängende Nutzungszone ausgebildet. Bild: Andrea Puliogotto

Form meets Function

Ein Höchstmaß an Transparenz, schlanke Profilansichten und optische Neutralität waren erwünscht, um einen ungestörten Ausblick, größtmöglichen Tageslichteinfall und einen harmonischen Dialog mit den anderen verwendeten Baustoffen zu gewährleisten. Darüber hinaus stand die einfache und komfortable Bedienung des Systems ganz oben im Anforderungskatalog. Die Südausrichtung der großflächigen Schiebetüren ließ ergänzende Maßnahmen zum Sonnen- und Blendschutz notwendig erscheinen. Elektronisch gesteuerte, außen liegende Beschattungssysteme erfüllen diese Aufgabe in Kombination mit einem Sonnenschutzglas, das in den Scheibenaufbau integriert wurde und dessen Beschichtung den infraroten Strahlungseintrag reduziert.

Sensible Integration

Die im wesentlichen von neutral anmutenden Glasflächen und hellem Naturstein geprägte Ansicht des Erweiterungsbaus sorgt in Verbindung mit dem terrassierten Arrangement der Ebenen für eine sensible Einbettung in den Hang. Der von den Bauherren erwünschte Dialog mit dem Bestandsgebäude ist überaus gelungen und lässt beide Objekte – bei Tag wie auch illuminiert bei Nacht – als harmonisches Ensemble wirken.

Naturstein aus der Region prägt das terrassiert im Hang liegende private Wohnhaus mit Blick auf das Tal. Bild: Andrea Puliogotto

Naturstein aus der Region prägt das terrassiert im Hang liegende private Wohnhaus mit Blick auf das Tal. Bild: Andrea Puliogotto

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