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Treppenhaus: Nicht verstecken, sondern bewusst in Szene setzen

7. Dezember 2020 Kommentare deaktiviert für Schutz vor Dachlawinen Views: 2265 Ratgeber

Schutz vor Dachlawinen

Endlich Schnee. Allein die weißen Flocken machen die eisige Kälte der Wintermonate einigermaßen erträglich. Doch Schnee stellt auch eine Gefahr dar – in Form von Lawinen. Bedroht sind nicht nur Skifahrer, sondern ebenso Fußgänger und Autofahrer. Dann nämlich, wenn die weiße Pracht von einem Hausdach auf Gehwege oder Straßen rauscht. In bestimmten Fällen kann der Hausbesitzer zur Rechenschaft gezogen werden – falls er geforderte Schutzmaßnahmen nicht ergriffen hat.

Schneemassen bedeuten für das Dach eine zusätzliche Last. Zudem geht eine Gefahr von Dachlawinen aus. Beidem kann man mit der richtigen Ausrüstung vorbeugen. Bild: dach.de

Schneemassen bedeuten für das Dach eine zusätzliche Last. Zudem geht eine Gefahr von Dachlawinen aus. Beidem kann man mit der richtigen Ausrüstung vorbeugen. Bild: dach.de


Je nach Dachneigung, Haushöhe oder Schneereichtum muss das Herabfallen von Eis und Schnee auf Passanten und Verkehr durch geeignete Vorrichtungen verhindert werden. Besonders bei stark geneigten Dächern besteht ein hohes Risiko, dass aufgetürmte Schneemassen oder Eisplatten abrutschen. Ein Schutz ist vorgeschrieben, wenn Lawinen auf allgemein zugängliche Wege oder über Hauseingängen abgehen können. Auch der Straßenverkehr darf nicht gefährdet werden. In schneereichen Regionen müssen generell entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Auch für Steildächer mit einer Neigung von 45 Grad ist dies verpflichtend. Jede Bauaufsichtsbehörde kann darüber hinaus für jedes Gebäude Schutzgitter fordern.

Ohne geeignete Schneefanggitter oder vergleichbare Maßnahmen, droht der Schnee abzurutschen. Bild: fotolia

Ohne geeignete Schneefanggitter oder vergleichbare Maßnahmen, droht der Schnee abzurutschen. Bild: fotolia

Wenn die Behörde dies nicht verlangt, bleibt es Sache des Bauherrn, sich und andere entsprechend zu schützen – oder zumindest zu warnen. Wer hier nachlässig ist, dem drohen bei Unfällen möglicherweise Schadensersatzforderungen – unabhängig von behördlichen Vorschriften. Diese Rechtsprechung ist jedoch nicht einheitlich: So gilt Gerichten die Verkehrssicherungspflicht von Hauseigentümern dann nicht als verletzt, wenn Dachlawinen die Ausnahme sind. In einem schneearmen Gebiet also kann, falls die Behörden keine Vorschriften machen, auf Schutzmaßnahmen verzichtet werden. Experten empfehlen jedoch, es nicht darauf ankommen zu lassen: Das Dach sollte in jedem Fall gegen ein Abrutschen von Schnee und Eis gesichert werden.

Bei flacher geneigten Dächern genügen auch Schneestopper. Bild: hauidee.de

Bei flacher geneigten Dächern genügen auch Schneestopper. Bild: hauidee.de

Mit geeigneten Schneefanggittern oder Schneestoppern lässt sich die Gefahr von oben einfach bannen. Sowohl Halterungen als auch die Schneefänge selbst, werden heute meist aus feuerverzinktem Stahl gefertigt und anschließend mit einer Kunststoffbeschichtung (Farbe nach Wahl) versehen. In schneereichen Gebieten empfehlen sich zusätzliche Schneestopper. Diese geformten Metallbügel (in allen Dachfarben) verhindern, dass der Schnee zusammenrutscht und die Dachkante zu sehr belastet.

Schneeschutz ist nicht immer Pflicht

Rein rechtlich gesehen besteht nicht bei jedem Hausdach die Pflicht eines Schneeschutzes. Geregelt ist dies über die verschiedenen Schneelastzonen innerhalb Deutschlands sowie die Neigung des Dachs. In Deutschland geben insgesamt fünf Zonen Aufschluss über die jährlich zu erwartende Niederschlagsmenge an Schnee. Die gefährdetste Zone (Zone 3) findet sich unter anderem in Gebieten des Oberharz, des Fichtelgebirges und um den Walchensee. Hier sind Schneeschutz-Systeme verpflichtend. In welcher Schneelastzone sich das eigene Haus befindet erfährt man bei der zuständigen Gemeinde. Regelmäßige Erkundigung lohnt sich, denn die Schneelastzonen verändern sich und werden immer wieder aktualisiert.

Neben Gebäuden in Regionen mit hohem Schneefall gilt außerdem: Steildächer mit einer Neigung von mehr als 45 Grad müssen ebenfalls – egal in welcher Zone sie stehen – mit einem Schneeschutz ausgestattet werden. Kommt der Hauseigentümer seiner Pflicht nicht nach, haftet er in vollem Umfang für Schäden, die Personen und Dinge aufgrund abgehender Dachlawinen davontragen.  Insofern gilt für Schneeschutzsysteme auf dem Dach: lieber Vorsorgen als Nachsorgen! Die Experten raten schon bei der Planung des Dachs auf einen ausreichenden Schneeschutz zu achten, damit man den Winter in vollen Zügen genießen kann.

In traditionell schneereichen Regionen schreibt der Gesetzgeber entsprechenden Schneeschutz vor. Bild: fotolia

In traditionell schneereichen Regionen schreibt der Gesetzgeber entsprechenden Schneeschutz vor. Bild: fotolia

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