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Puristischer Alpenbau

Quaderhaus mit Pultdach

10. Dezember 2019 Kommentare deaktiviert für Wintergarten im Mittelpunkt Views: 1599 Hausideen

Wintergarten im Mittelpunkt

Die zentrale Entwurfsidee für ein privates Wohnhaus bei Coburg besteht darin, durch fließende Übergänge zwischen innen und außen den angrenzenden Naturraum ganzjährig erlebbar zu machen. Neben großflächigen, über Eck laufenden Fensterbändern findet dieses durchgängige Konzept seinen überzeugendsten Ausdruck in einem großzügigen Wohnwintergarten. Er verbindet in Form und Ausführung gestalterische Individualität mit höchster Funktionalität und energetischer Sinnhaftigkeit.

Dialog der Baukörper: Nicht einfach angebaut, sondern formal, funktional und räumlich integriert wurde der großzügige, vielfältig öffenbare Wohnwintergarten. Bild: Schüco

Dialog der Baukörper: Nicht einfach angebaut, sondern formal, funktional und räumlich integriert wurde der großzügige, vielfältig öffenbare Wohnwintergarten. Bild: Schüco


Achim Fischer ist der Überzeugung, dass es sich nachhaltig lohnt, private Bauherren an eine moderne, ökologische Bauweise heranzuführen. Im Fall eines Einfamilienhauses für eine junge Familie in der Nähe von Coburg kam es zu einer solchen schrittweisen Annäherung, obwohl die Wunschvorstellungen der Auftraggeber zunächst auf einen eher traditionellen Baustil abzielten. Als überzeugter Vertreter der architektonischen Moderne entwickelte Fischer gemeinsam mit den Bauherren eine Lösung, die Transparenz und Funktionalität mit regenerativem Energieeinsatz verbindet und eine zeitgemäße, nicht minder wohnliche Alternative zu klassischen Baustilen bietet.

Durchgängiges Konzept

Vor allem von der Durchgängigkeit des architektonischen Konzeptes ließen sich die Bauherren letztlich überzeugen. Sie sieht eine optische und funktionale Trennung von Innen- und Außenraum vor – großflächige, über Eck laufende Fensterflächen bieten rundum Perspektiven auf die umliegende Landschaft, ein Wohnwintergarten macht die Natur ganzjährig erlebbar, und großzügige Türöffnungen vom Wohnraum und vom Wintergarten lassen in der warmen Jahreszeit die Übergänge von innen nach außen vollständig schwinden. Die energetisch günstige kubische Form des in massiver Ziegelbauweise mit Wärmedämmung erstellten Haupthauses sollte in ihrer Schlichtheit durch formale und baustoffliche Kontraste aufgebrochen werden. Den wesentlichen Beitrag hierzu leisten das Pultdach und der Wohnwintergarten.

Das um 7° geneigte Dach ist als Schüco Aufsatzsystem ausgeführt und ruht auf einer Stahlkonstruktion. Trotz der Asymmetrie des Baukörpers und der integrierten Öffnungssysteme konnte ein weitgehend durchgängiges Profilraster realisiert werden. Bild: Schüco

Das um 7° geneigte Dach ist als Schüco Aufsatzsystem ausgeführt und ruht auf einer Stahlkonstruktion. Trotz der Asymmetrie des Baukörpers und der integrierten Öffnungssysteme konnte ein weitgehend durchgängiges Profilraster realisiert werden. Bild: Schüco

Dach und Wintergarten schaffen Kontraste

Das in Titanzink gedeckte Pultdach liegt nicht einfach auf dem weißen Baukörper des Haupthauses auf, sondern wurde auf einem Sockel aus lasiertem Kiefernholz platziert. Naturholzstreifen gleicher Qualität tauchen in einem vertikalen Band an der Nordseite des Hauptgebäudes nochmals auf – dort rahmt das Holz über beide Geschosse die Fensterelemente. Der Wohnwintergarten wurde als schräg gestellter Kubus so vor die Südseite gesetzt, dass seine Dachneigung von 7° und auch die geneigte Frontfassade den Dialog mit dem holzverkleideten Pultdach aufnehmen. So entstehen spannende Materialkontraste zwischen Glas, Stahl und Aluminium im Erdgeschoss, der anschließenden weißen Fassade und dem darüber liegenden Dach. Zugleich mischen sich die Baustoffe auf allen Ebenen durch den Einsatz von Naturholzböden im Wintergarten, Aluminium-Fensterelementen in der Hauptfassade und Titanzink-Elementen im Dachbereich.

Öffnung zur Natur

Damit der umfangreiche Einsatz von Verglasungen nicht zulasten der Energiebilanz geht, wurden durchgängig Dreifach-Isolierverglasungen in hoch wärmegedämmten, dennoch schmalen Aluminium-Rahmenkonstruktionen verbaut. Sämtliche Fenster und auch die Wintergartenverglasungen basieren auf dem System Schüco AWS 75.SI, dessen Wandlungsfähigkeit durch die formale und funktionale Vielfalt sowie einem breitem Profilsortiment mit Designsystemen bei unterschiedlichsten Öffnungs- und Beschlagvarianten zum Ausdruck kommt. Die an allen vier Seiten um die Gebäudeecken laufenden Fenster veranschaulichen die zentrale Entwurfsidee des Wohnens in allen Nutzungszonen. Funktional vollständig in den Wohn- und Essbereich integriert ist der rund 32 m² große Wohnwintergarten, dessen Dach und schräge Oberlichter als Schüco Aufsatzsystem ausgeführt wurden und auf einer Stahlkonstruktion ruhen. Die Felder unterhalb des horizontal verlaufenden Stahlprofils integrieren eine Reihe von unterschiedlichen Öffnungsflächen. Eine bewusst massiv ausgeführte, weiße Nordwand gibt dem Wintergarten optisch Halt, indem sie ihn auch materiell an die Fassade des Haupthauses anbindet. Diese Wand setzt sich über die Grenzen des Wintergartens hinaus in Gestalt eines Torelementes in den Freiraum fort.

Das System Schüco AWS 75.SI stellt die Basis für die Wintergartenkonstruktion dar. Die integrierte Schüco Systemtechnik umfasst darüber hinaus die Hebe-Schiebetüranlagen Schüco ASS 70.HI, die Kombination aus Schiebetür und Dreh-Kippfenster Schüco AWS 75.SI PASK, ein schwimmend integriertes Blockfenster und die Schüco TipTronic Beschläge. Bild: Schüco

Das System Schüco AWS 75.SI stellt die Basis für die Wintergartenkonstruktion dar. Die integrierte Schüco Systemtechnik umfasst darüber hinaus die Hebe-Schiebetüranlagen Schüco ASS 70.HI, die Kombination aus Schiebetür und Dreh-Kippfenster Schüco AWS 75.SI PASK, ein schwimmend integriertes Blockfenster und die Schüco TipTronic Beschläge. Bild: Schüco

Anspruchsvolle Detaillösungen

Die Neigungen von Wintergartendach sowie einer der Glasfassaden bedeuteten erhöhte planerische und fertigungstechnische Anforderungen. In enger Abstimmung mit dem ausführenden Metallbaubetrieb, der bedeutenden Einfluss auf die Gestaltung von Fenstern, Türen und Wintergarten hatte, wurden selbst noch während der Bauphase zahlreiche komplexe Details entwickelt. Nicht wenige davon hatten sich aus den asymmetrischen Feldern und der Integration unterschiedlicher beweglicher, öffenbarer Elemente ergeben. Durch die intensive Abstimmung und das systemspezifische Know-how des Metallbauers ist es letztlich gelungen, ein weitgehend durchgängiges Profilraster sowie eine harmonische Feldaufteilung über alle Flächen hinweg zu realisieren. Das betraf auch die äußeren Bauteilanschlüsse für die beiden unterschiedlichen Außenbeschattungssysteme – Markisen für Oberlichter und Dach sowie Raffstores für die vertikale und die geneigte Fassadenfläche. Die Raffstores vor den Fensterflächen im Haupthaus wurden elegant in den Vollwärmeschutz integriert.

Viel Mühe gaben sich Architekt und Bauherren auch mit der Feinabstimmung der Baumaterialien und Farben. Die Pulverbeschichtung der Aluminiumprofile wurde in Farbton und Oberflächenstruktur mit der Nasslackierung der Stahlprofile abgestimmt. Naturholzböden und Hölzer für Dach und Terrasse wurden in ihren Tönen harmonisiert, im Außenbereich nehmen Natursteinkörbe und Basaltsplit den Anthrazitton der Fenster- und Wintergartenprofile auf – außen wie innen stehen alle Materialien im lebhaften Dialog miteinander.

 

Hebe-Schiebetüranlagen führen aus dem Wintergarten und dem Wohnraum auf die Terrasse und lösen räumliche Begrenzungen in der warmen Jahreszeit auf. Zur Erweiterung des Panoramas laufen die großflächigen Fenster auf beiden Geschossen über Eck. Bild: Schüco

Hebe-Schiebetüranlagen führen aus dem Wintergarten und dem Wohnraum auf die Terrasse und lösen räumliche Begrenzungen in der warmen Jahreszeit auf. Zur Erweiterung des Panoramas laufen die großflächigen Fenster auf beiden Geschossen über Eck. Bild: Schüco

Wärmepumpe und solare Gewinne

Das Energiekonzept für das Einfamilienhaus basiert auf dem Einsatz einer Luft-Wärmepumpe, an die ein durchgehendes Fußboden-Heizsystem angeschlossen ist, das über Raumthermostate einzelne Bereiche individuell regelbar macht. Der durchschnittliche Strombedarf der Wärmepumpe liegt im Betrieb aus der Erfahrung der letzten beiden Jahre bei rund 8.000 kW/h. Bei aktuellen Stromkosten bedeutet das z. Zt. jährliche Energiekosten von moderaten 1.100 Euro für Heizung und Warmwasser. Die gute Isolierung des Massivbaus, der durchgängige Einsatz von Dreifach-Isolierverglasungen und hoch wärmegedämmten Systemen, aber auch die durch den Wintergarten erzielten solaren Gewinne machen sich hier positiv bemerkbar.

Nach Aussage des Bauherrn lässt sich selbst der vollständig verglaste Wintergarten mit den unmittelbar angrenzenden Wohn- und Kochbereichen ganzjährig mühelos innerhalb der Behaglichkeitsgrenzen halten. Bei Sonne in den kälteren Jahreszeiten seien die solaren Einträge deutlich spürbar, andererseits schützten Beschattung und Lüftungsmöglichkeiten sowie die Dreifach-Verglasung im Sommer sehr wirkungsvoll vor Überhitzung. Insgesamt fühle man sich mit dieser modernen Lösung einfach nur wohl – so das Fazit nach mittlerweile vier durchlebten Jahren mit allen relevanten saisonalen Klima- und Wettersituationen.

Es ist vor allem der Wohnwintergarten, der das unmittelbare und angrenzende natürliche Umfeld ganzjährig erlebbar macht. Minimierte Wärmeverluste, Wärmegewinne bei Sonneneinstrahlung und ein stets behagliches Raumklima sind durch die hochwertige Systemausführung und die Außenbeschattung gewährleistet. Bild: Schüco

Es ist vor allem der Wohnwintergarten, der das unmittelbare und angrenzende natürliche Umfeld ganzjährig erlebbar macht. Minimierte Wärmeverluste, Wärmegewinne bei Sonneneinstrahlung und ein stets behagliches Raumklima sind durch die hochwertige Systemausführung und die Außenbeschattung gewährleistet. Bild: Schüco

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