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Harmonie krasser Gegensätze

Matteo Thun Design in Holz

22. Oktober 2019 Kommentare deaktiviert für Weltweit erstes Aktivhaus Views: 1121 Hausideen

Weltweit erstes Aktivhaus

In der Stuttgarter Weißenhofsiedlung eröffnete das weltweit erste Aktivhaus. Geplant hat es der Architekt und Ingenieur Professor Werner Sobek, realisiert das auf Vorfertigung im Holzbau spezialisierte Unternehmen SchwörerHaus. Dank eines selbstlernenden Gebäudeautomationssystems erzeugt das Aktivhaus doppelt so viel Strom aus nachhaltigen Energiequellen wie es selbst benötigt. Mit dem Überschuss versorgt es zwei Elektroautos und das Weißenhofmuseum. Das an einem Tag montierte Aktivhaus ist Teil des von der Bundesregierung geförderten Forschungsclusters „Schaufenster Elektromobilität“.

B10, das erste Aktivhaus der Welt, ist noch ein Prototyp. Es erzeugt einen Überschuss an Strom und Wärme, der an Nachbargebäude abgegeben werden kann. Zum Energiekonzept gehört auch die integrierte Elektromobilität. Bild: Zooey Braun

B10, das erste Aktivhaus der Welt, ist noch ein Prototyp. Es erzeugt einen Überschuss an Strom und Wärme, der an Nachbargebäude abgegeben werden kann. Zum Energiekonzept gehört auch die integrierte Elektromobilität. Bild: Zooey Braun


Im Jahre 1927 innerhalb weniger Monate erbaut, kam die Weißenhofsiedlung auf dem Killesberg einer Revolution im Bauwesen gleich: Die Entwürfe verschiedener weltberühmter Architekten – Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier – zeigten das Bauen und Wohnen der Zukunft. An diese Bauhaus-Tradition knüpft der Stuttgarter Architekt und Bauingenieur Werner Sobek mit dem weltweit ersten Aktivhaus an: „Es demonstriert, wie sich zukunftsfähige Gebäude, neue Mobilitätskonzepte und eine quartierbezogene Energieversorgung intelligent und nachhaltig miteinander verknüpfen lassen“, erklärt Werner Sobek.Dank eines ausgeklügelten Energiekonzepts und einer intelligenten Gebäudesteuerung erzeugt das Aktivhaus doppelt so viel Strom aus nachhaltigen Energiequellen wie es selbst verbraucht. Mit dem Überschuss versorgt das rund 85 Quadratmeter große Gebäude zwei Elektroautos sowie das benachbarte Weißenhofmuseum. „Neue Häuser sollen alte mitversorgen können – wir nennen dies das Prinzip der Schwesterlichkeit“, fasst Werner Sobek seinen Ansatz zusammen. „Energie wird dadurch dort verbraucht, wo sie erzeugt wird – und nach Möglichkeit vor allem dann, wenn sie gerade besonders günstig ist.“

Das Aktivhaus – wegen seines Standortes im Stuttgarter Bruckmannweg 10 kurz „B10“ genannt – ist Teil des Forschungsprojekts „Schaufenster Elektromobilität“. Nach Abschluss des Forschungsprojekts soll das Gebäude zurückgebaut und andernorts neu errichtet werden. Bild: Zooey Braun

Das Aktivhaus – wegen seines Standortes im Stuttgarter Bruckmannweg 10 kurz „B10“ genannt – ist Teil des Forschungsprojekts „Schaufenster Elektromobilität“. Nach Abschluss des Forschungsprojekts soll das Gebäude zurückgebaut und andernorts neu errichtet werden. Bild: Zooey Braun

Prototyp für den Geschosswohnungsbau der Zukunft

Das Aktivhaus – wegen seines Standortes im Stuttgarter Bruckmannweg 10 kurz „B10“ genannt – ist Teil des Forschungsprojekts „Schaufenster Elektromobilität“. Das Projektteam misst zwei Jahre lang kontinuierlich, wie viel Energie B10 erzeugt und verbraucht. Dabei werden noch eine Reihe weiterer Daten erhoben, die für die Gebäudeforschung relevant sind. Diese werden am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart wissenschaftlich ausgewertet. „B10 ist ein Prototyp, der zeigen soll, wie sich das Prinzip eines Aktivhauses auf den verdichteten Wohnungsbau in Großstädten übertragen lässt“, erklärt Werner Sobek. Im ersten Jahr wird das Gebäude zu Demonstrationszwecken und für die Analyse genutzt. Danach wird es für ein weiteres Jahr zur Wohnnutzung verwendet, um weitere Erfahrungen mit der selbstlernenden Gebäudesteuerungstechnik zu sammeln. Nach Abschluss des Forschungsprojekts soll das Gebäude zurückgebaut und andernorts neu errichtet werden.

Das ca. 90 Quadratmeter große Gebäude wurde innerhalb von acht Monaten geplant und gefertigt sowie an einem Tag komplett montiert. Bild: Zooey Braun

Das ca. 90 Quadratmeter große Gebäude wurde innerhalb von acht Monaten geplant und gefertigt sowie an einem Tag komplett montiert. Bild: Zooey Braun

Hoher Grad an Vorfertigung

Trotz seiner vielen Innovationen wurde das Gebäude innerhalb von acht Monaten geplant und gefertigt sowie an einem Tag komplett montiert. Wichtige Voraussetzung hierfür war neben dem hohen Grad an Vorfertigung auch die integrale Planungsarbeit eines interdisziplinär besetzten Teams aus Architekten, Ingenieuren und Elektronikspezialisten.

Bauherr ist eine Projektgesellschaft des gemeinnützigen Stuttgart Institute of Sustainability Stiftung e.V. (SIS), deren Arbeit durch eine großzügige Spende von Alfons Doblinger von der DIBAG Industriebau ermöglicht wurde. Für die Planung des Gebäudes zeichnet das Büro Werner Sobek verantwortlich. Das Gebäude selbst wurde von der Firma SchwörerHaus aus Hohenstein errichtet. Die Gebäudesteuerung und das Energiemanagement wurden vom jungen Stuttgarter Smart Home Spezialisten alphaEOS AG entwickelt. Daimler stellt die beiden Elektroautos zur Verfügung. Zahlreiche andere Firmen unterstützen das Projekt durch kostenlose Zuarbeiten und Zulieferungen. Die Stadt Stuttgart stellt das Grundstück im Bruckmannweg für die Dauer des Projekts kostenlos zur Verfügung.

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