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20. October 2017 Comments Off on Energieeffizient und nachhaltig? Views: 1093 Ratgeber

Energieeffizient und nachhaltig?

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz– zwei Schlagworte, die momentan in aller Munde sind. Insbesondere, was den Neubau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern betrifft, ist Energieeffizienz das zentrale Thema. Nicht umsonst werden Gebäude nach ihrem Energiestandard eingeteilt in Niedrigenergie-, Passiv- und sogar Energie-Plus-Häuser. Viele Bauherren denken, ihr energieeffizientes Gebäude sei aus diesem Grund gleichzeitig ein sehr nachhaltiges Gebäude. Natürlich trägt die Energieeffizienz mit zur Nachhaltigkeit eines Gebäudes bei, aber: Energieeffizienz ist nicht gleichzusetzen mit Nachhaltigkeit. Darauf weisen die Experten des Institut Bauen und Umwelt (IBU) hin und erklären, was ein nachhaltiges Gebäude wirklich ausmacht.

Energieeffizienz ist ein wichtiges Kriterium für ein nachhaltiges Gebäude. Gleichsetzen kann man die Begriffe allerdings nicht. Bild: tdx/IBU

Energieeffizienz ist ein wichtiges Kriterium für ein nachhaltiges Gebäude. Gleichsetzen kann man die Begriffe allerdings nicht. Bild: tdx/IBU


Nachhaltigkeit entscheidet sich individuell

Grundsätzlich muss die Frage, ob ein Wohngebäude nachhaltig ist oder nicht, immer individuell geklärt werden. Eine pauschale Antwort kann aufgrund der zahlreichen Faktoren, die in die Bewertung mit einfließen nicht gegeben werden. Im Allgemeinen wird für die Nachhaltigkeitsbewertung von der Planung, über die Nutzungsphase bis hin zur Umnutzung oder dem Rückbau der gesamte sog. „Lebenszyklus“ des Gebäudes untersucht. Dabei spielen die Lage des Grundstücks, die Art des Gebäudes – Massiv- oder Fertighaus, Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus – der Kosten-Nutzen-Faktor, und auch die voraussichtlichen Folgekosten (Unterhalt, Reparatur, Renovierungsaufwand) einschließlich der vermuteten Wertentwicklung des Gebäudes eine Rolle.

Baustoffe spielen eine wichtige Rolle

Die Energieeffizienz kommt dabei fast ausschließlich während der Nutzungsphase des Gebäudes zum Tragen und ist damit lediglich einer von vielen Faktoren, die betrachtet werden. Weitaus höhere Relevanz hat dagegen die Auswahl der eingesetzten Baustoffe. Ihre Qualität entscheidet schließlich sowohl über die Dauerhaftigkeit und Wohngesundheit als auch die Recyclingfähigkeit des Gebäudes. „Bei der Baustoffwahl sollte man bewusst und überlegt vorgehen. Neben den Materialeigenschaften an sich ist der Energieaufwand, der während der Herstellung und dem Transport des Bauprodukts anfällt wichtig. Ebenso sollten die Umweltwirkungen des Produkts, wie Treibhaus-, Ozonbildungs-, Versauerungs- oder Überdüngungspotenzial berücksichtigt werden“, beantwortet Hans Peters, Geschäftsführer des IBU die Frage nach der passenden Baustoffwahl.

Nachhaltige Bauprodukte spielen beim Hausbau eine immer wichtigere Rolle. Bild: fotolia

Nachhaltige Bauprodukte spielen beim Hausbau eine immer wichtigere Rolle. Bild: fotolia

Als Bauherr hat man heute eine Vielzahl umweltrechtlicher Vorgaben wie auch das eigene Bedürfnis nach einem wohngesunden Haus zu berücksichtigen. Die Vielzahl an Möglichkeiten und Entscheidungshilfen ist aber oftmals sehr unübersichtlich und kaum zu erfassen. Die Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der Nachhaltigkeitskriterien trauen sich deswegen nur wenige zu. In der Regel überlässt man dies dem Architekt oder der ausführenden Baufirma und vertraut erfahrenen Bauleuten. Abhilfe schaffen Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU), die dem Bauherrn zur Verfügung stehen und mit denen er gezielt Einfluss nehmen kann. So bestimmt der Bauherr die Nachhaltigkeit und Ökologie des Eigenheims – und damit auch die Qualität im Bezug auf die Wohngesundheit – maßgeblich mit.

Setzen Bauherrn auf nachhaltige Bauprodukte entstehen wohngesunde und ökologisch hochwertige Häuser. EPDs des IBU helfen die passenden Bauprodukte zu finden. Bild: fotolia

Setzen Bauherrn auf nachhaltige Bauprodukte entstehen wohngesunde und ökologisch hochwertige Häuser. EPDs des IBU helfen die passenden Bauprodukte zu finden. Bild: fotolia

Nach international gültigen Normen werden vom IBU EPDs herausgegeben, die Bauprodukte in ihrer Gesamtheit erfassen. Alle Inhaltsstoffe werden angegeben und der Lebenszyklus eines Produkts von der Rohstoffgewinnung, über die Herstellung, den Transport, das Verhalten bei der Verbauung und auch das Recycling als detaillierte Ökobilanz offen gelegt. Wichtige Umweltaussagen, wie beispielsweise das Versauerungs-, Ozonabbau- und Treibhauspotenzial werden ebenfalls getroffen. Alle Daten werden dabei von unabhängigen Experten in mehreren Prüfverfahren verifiziert. Damit erlangt eine EPD des IBU höchste Glaubwürdigkeit und Akzeptanz innerhalb der Baubranche.

Die umfassende Darstellung aller relevanten Produktdaten innerhalb der EPD ermöglicht es, Bauprodukte für jeden Fall individuell bewerten zu können. Zwar wird der Privatmann diese Daten nicht selbstständig auswerten können, gemeinsam mit dem Planer oder Architekten kann er allerdings für das eigene Vorhaben die am besten geeigneten Bauprodukte aussuchen und die richtige Wahl treffen.

 

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